Oversea Notes

MetroBus

Der Held wohnt an einem ganz besonderen Ort auf dieser Welt, der es für angemessen hielt, im Laufe seiner Existenz etwas hervorzubringen, das sich "MetroBus" nennt. Es handelt sich um das städtische Bussystem. Wobei sich nur schwerlich von System in diesem Zusammenhang sprechen lässt. Eigentlich ist es ein Unsystem. Man könnte klassisch sein und klagen: Der Bus kommt zu spät, er fährt zu früh ab, manchmal kommt er einfach gar nicht, fäält einfach aus, überhaupt ist es eine Schande, dass das Ding nur alle 45 Minuten am Wochenende am Haus des Helden gedenkt vorbeizukommen, und wenn es dann ausfällt, oh, oh, gaaaanz schlimm. Manchmal weiß der Bus auch nicht, wo er lang fährt, weil die Wanderbaustelle an einer der Hauptverkehrspunkte ihrer Natur gemäß eben wandert und damit irgendwie auch die Bushaltestelle - aber das weiß nicht jeder Bus. Das bedeutet, mit etwas Glück steht man diese Stunde an der richtigen (zufällig richtigen!) Haltestelle, die eigentlich keine ist... Da ist die Frage: Rechnet man die Dummheit des busses mit ein oder vertraut man darauf, dass die Informationen sich langsam durchringen?
Aber eigentlich ist das Schöne am MetroBus, dass sein Unsystem gar nicht wirklich kritisierbar ist. Der Held hat festgestellt, dass der MetroBus sich wie ein individuelles Leben bzw. das Leben an sich verhält, wenn man das mal so pauschal über einen Kamm scheren will: Am Anfang, als der Plan da war, war alles schön, ordentlich, vorhersagbar und berechenbar. Die Tür öffnete sich zum genau richtigen Zeitpunkt, morgens wie abends ohne Verspätung, die Gäste waren nicht laut, sondern glücklich und angenehm, man stand nicht an der falschen Haltestelle oder an der Illusion einer Haltestelle, das System funktionierte wie geplant und der Lebensführer (Busfahrplan) hatte immer Recht. Mit der Zeit aber und den Menschen, die das Leben nutzen, geriet das System durcheinander. Die vertrauten und bekannten Routen stimmten nicht mehr mit den Erwartungen überein, die Gäste wurden irgendwie komisch und verstörend, die Busfahrer zornig, wenn ihr Unsystem mit dem eigenen in Unstimmigkeit geriet, Haltestellen wurden verlegt oder entfernt und die Menschen begannen durcheinanderzugeraten, ob der Bus schon weg, noch nicht da oder überhaupt nicht ankommen würde. Chaos brach aus. Verwirrung überall. Aaaarghh! Am Anfang hat alles geklappt, wie das mal geplant wurde, und morgens ist die Welt noch in Ordnung, aber in dem Durcheinander, das Menschen in ihrer unzielgerichteten Art, irgendwohin kommen zu wollen, fabrizieren, macht das ganze spätestens am Nachmittag nicht mehr brauchbar - zumindest der Fahrplan, der überhaupt eigenartig ist... The system becomes messed up and then, later on at night, it starts to work out again and it's fine until the next morning, when people again begin to apply their thoughts onto the system and create the chaos...

7.5.07 01:55, kommentieren

Betrachtungen seiner selbst

Mühsam hat sich der Held aus dem Schlamassel der Sprachlosigkeit herausgewunden, leicht verwirrt schaut er sich noch einmal um, wie seine Wort-Gesellschaft sich heute darstellt. Der Held hat sich, wie man mit den älteren Vertretern der Gesellschaft ausdrücken würde, in Kontemplation gegeben. Nun ja, um genau zu sein, er war zu faul, die wusen Gedanken und Selbstbetrachtungen, die irgendwo doch in Worten formuliert werden, auch durch seine Finger gleiten zu lassen. Der Held hat geschwiegen, und so ist das, nach drei Tagen ohne Worte verliert man seine Sprache... Sie wird erst schlecht, dann schlimmer: gewöhnlich, und zuletzt geht sie verloren, und dann dauert es, bis sie sich langsam wieder einschleicht in das Bewusstsein.
Nun war der Held nicht untätig in seiner Kontemplation, er hat sich mit der Spaltung seiner Person abfinden müssen. Spaltung insofern, als dass er ein Handelnder geworden ist, und daneben ein Betrachter seiner selbst. Verbunden in der Unmöglichkeit, einander zu entfliehen, vollführt der eine die alltägliche Notwendigkeit des Seins und Handelns und Werdens in der Welt, er lernt und liest und spricht und lebt und trifft Menschen, während der andere die Handlungen aufmerksam beobachtet, mit der Gabe des Wissens um den nächsten Schritt, von dem der handelnde Held noch keine Ahnung hat. Der handelnde Held geht bewusstlos durch die Zeitgeschichte, wartet hier und da eine Weile, sieht sich immer wieder mal vor Entscheidungen gestellt, die er dann irgendwie fällt, und dann weitergeht. Der schauende Held denkt und erschafft damit den Kontext des handelnden Helden: Er weiß, dass sein Protagonist durch eine schwierige Phase geht, und er kann auch verstehen, dass der handelnde Held so und so fühlt und nicht weiter weiß oder dass er gerade glücklich ist. Er weiß aber auch, dass all das seine Ursprünge hat, und was daraus entstehen wird, er kennt die Figuren auf dem Spielbrett und die Wahrscheinlichkeit, mit der sie gezogen werden, und die Möglichkeit der Richtungen, in der sie ziehen. Man sollte den schauenden Helden los werden, er zerstört die Spannung des Spiels, denn er kann sich denken, was als nächstes geschehen wird, und er weiß, in ein paar Tagen wird der handelnde Held diese und jene Entscheidung aus diesen und jenen Gründen treffen und das wird in Ordnung so sein. Und dann, im Moment der Entscheidung, oder kann man das so gar nicht sagen, bemerkt der handelnde Held für einen Augenblick die Tiefe seiner Entscheidungen, und dann vergisst er wieder. Unser schauender Held schmunzelt für einen Augenblick, und widmet sich wieder seinen Betrachtungen, die im Voraus den Weg bereiten und im Nachhinein eine Spur streuen, so dass sich das Ganze dann als eine Erzählung und ein fortschreitendes Leben verkaufen lässt, mit einem Ziel und einer Zukunft und einem Weg, der vor dem handelnden Helden liegt, demjenigen, den die Welt sieht und bewerten wird... Der schauende Held weiß, wie sein Bruder in der Welt aussieht, er kennt seine Bilder und er kennt seine Wege, er kennt die Augenblicke, die richtig sind, eine Handlung zu unternehmen, und er weiß, wann es zu spät sein wird. es befremdet ihn zu beobachten, dass der handelnde Held in seinen Handlungen nicht so konsequent ist, wie er es gerne hätte, oder wie es einfach wäre, eine Geschichte zu erzählen. Nein, er muss sich die Mühe geben, die Punkte zu verbinden, die wie Felsen in der Brandung aus dem Unbewussten des handelnden Helden hervorragen, und daran ermessen, wie tief das Wasser und wie groß die Gefahr ist zu zerschellen. Aber selbst bei einem Schiffbruch, und das ist das Fatale daran, wird der handelnde Held sterben, und der schauende wird sich weiter darum bemühen, Geschichten und Kontexte darum herum zu spinnen. Das Ende ist Teil der Geschichte, und es ist nicht ihr Schluss.

27.2.07 06:03, kommentieren

Die Begrenztheit der Worte

Worte im Grunde das Einzige, was der Held versteht. Worte, und die Körper, zu denen sie gehören, die Menschen und Stimmen, die Papiere und Bücher, die Köpfe, in denen sie gedacht werden, die Räume, in denen sie schallen und die Zeit, die sie benötigen, um zu sein. Der Held versteht sonst nichts von der Welt. Der Held versteht keine Zahlen, keine Bilder - Mathematik hat keine Bedeutung für ihn, weil er sie nicht versteht, wie eine fremde Sprache. Der Held versteht: Begrenzt in jeder Hinsicht ist das Reportoire, mit dem er die Welt erfassen kann: Die Anzahl der Worte, die ihm zur Verfügung stehen, die Anzahl der Worte, die er lesen wird in seinem Leben, die Anzahl der Worte, die er schreiben wird. Wenn er das letzte Wort wüsste, das er niederschreiben wird... Er würde es nicht vermeiden, um alles hinauszuzögern, er würde es wieder und wieder schreiben, um zu testen, wie oft er das Schicksal herausfordern kann, bis dieses ihn gelangweilt überzeugt, besser abzutreten.
Wie dem aus sei, aufgefallen jedenfalls: Trotz der Begrenztheit der Worte, anders als die der Zahlen, wo es ins plus, ins minus, ins nahe null und überall dazwischen ins Unendliche geht, findet sich doch eine erstaunliche Unendlichkeit in der Zusammensetzung der Worte, im Nebeneinanderstellen verschiedener Bedeutungen. Kreativität könnte man das nennen, und das ist die Gefahr und die Chance dessen, wenn die Mathemtik eine Grammatik bekommt: Programme.
Aber davon noch nichts... Noch sind wir im heroischen Zeitalter, haben gerade die Epoche unartikulierter Grunz- und Klicklaute überwunden, schwingen noch Waffen und sind weit von dem Schwachsinn, den die Zukunft sich ausdenkt, um irgendwann sagen zu können "schau mal damals, wie vormodern die waren", entfernt. Glückliche Nichtvollendung, Nichtvollendbarkeit.
Letztes Wort, letztes Wort, letztes Wort, letztes Wort... na sieh mal, der Held ist noch immer nicht hinüber... Da gibt es dann wieder was zu rekonstruieren, wenns denn so wäre - Futter für die Nachbardisziplinen der Sprache: Geschichte und Dichtung. Geschichte ist schon eher ein bisschen wie Mathematik. Allerdings werden die blanken Leerstellen nicht von weiteren Tagen und Daten gefüllt, sondern von Phantasie... Die Zeit zwischen den Jahren beispielsweise, die der Held verschollen galt. Insofern ist Geschichte, mal kreativ betrachtet, das erste Programm der Welt. Linearität zählbarer Einheiten (Tage, ganze Zahlen, alles eins), gespickt mit dem Dazwischen, das eine Grammtik braucht, um zu funktionieren.
...
(denkpause)
...
Dem Helden ist es lieber, "funktionieren" hier nicht als letztes Wort stehen zu lassen. Nur für alle Fälle ein neues... Was sollte das sein... Was wäre das wichtigste Wort, zumindest das den herausgehobenen Platz des letzten Wortes haben sollte? Auch auf die Gefahr hin, sich zu wiederholen: Der Rest ist Schweigen.

7.1.07 07:49, kommentieren

Toter Held

Der Held war tot. Nun ja, vielleicht weniger dramatisch und ein bisschen mehr dem Alltag angepasst: Der Held ist längere Zeit verschollen gewesen. Immer noch zu melodramatisch... 
Egal. Er hat sich eine gewisse Abwesenheit gegönnt, den Winter verschlafen (das bisschen "Winter", das es zu ihm geschafft hat), die Waffen in die Besenkammer gestellt und ist auf Kissen gebettet und in Decken gewickelt für eine Weile verschlummert. Seine Abwesenheit hat der Welt ganz gut getan: Sie konnte sich für einen Augenblick ausruhen, verschnaufen. Und der Held ist in Federn, Seiten, Buchstaben und Schlaf versunken.
Die Niemandzeit zwischen den Jahren, die zwar zählbare Tage aufweist, mit der aber ansonsten nicht sonderlich viel anzufangen ist, hat er einfach aus seinem Leben gestrichen. Sicherlich werden Biographen und Geschichtsschreiber das irgendwann zu konstruieren versuchen udn sich fürchterlich aufregen: Da war doch was, wir haben doch Nummern für die Tage und man kann ja nicht zwischendurch tot sein, also irgendwas muss der Held da ja schon gemacht haben. Es kann ja nciht sein, dass ein Mensch wochenlang nichts tut, sich nciht mal um seinen Nachruhm kümmert oder mit den wichitgen Persönlichkeiten seiner Zeit Briefe wechselt. Kann doch nicht sein, dass es blanke Lücken gibt, nicht in unserem verdichteten Zeitalter. Kann doch nicht sein, dass einfach ein paar Tage aus dem Kalender verschwinden... Aber: Nein, da gibt es nichts. Da gibt es das Ende des Jahres und den Anfang des Jahres und die Zeit dazwischen gehört ihm allein (schon wieder zuviel Pessoa) und er verbringt sie nicht, er lässt sie verstreichen. Wie dem auch sei, das Mysterium des verschollenen Helden lässt sich sowieso nicht lösen, allenfalls von einem gekonnten Dichter, der sich etwas zusammenphantasiert, was ja auch nicht schlecht ist, mit Sicherheit sagen lässt sich nur: Die Kissen verödet, die Bücher zerlesen, die Besenkammer geräumt, das Zimmer wieder kalt... Der Held steht draußen vor der Tür, saugt die Welt mit jedem Atemzug wieder gierig ein, macht sich ans Waffenschleifen und Harnischputzen, denn in ein paar Tagen ist die Winterpause vorbei, und wenn der Boden weider aufgetaut ist, kann wieder Blut versickern, und die Kämpfe beginnen wieder.
Dann geht der Held, gestärkt von der Vision eines großartigen Todes wieder ins Haus, holt sich seine Tiefkühlpizza und schaltet den fernseher ein. So ist das Heldendasein nun mal, aber wenn das die Historiker und Poeten wüssten....

7.1.07 04:05, kommentieren

Vorweihnachtlich

Der Held hat festgestellt, dass er gar kein Held ist, sondern die gleichen Fehler macht, die er bei anderen verurteilt. Weihnachten zum Beispiel. Das Fest der Liebe, Familie blablabla... Mag sein, dass Weihnachten ein Datum ist, das irgendwie gesellschaftlich so verankert ist, dass es die einzige Chance ist, sich einmal im Jahr zusammen zu treffen. Das gilt zumindest für Familien, die weit vertreut leben und sich sonst nur sporadisch und einzeln sehen. Es wird nicht gearbeitet und der Wunsch, an diesem Datum bei der Familie zu sein, ist allgemein anerkannt. Sentimental wirds nur, wenn das Datum und die Tatsache, bei der Familie zu sein, allein stehen bleibt, ohne Hintergrund, nur so, weil es alle machen, und um den Schein zu wahren, auch sich selbst gegenüber. Nun, der Held war auch sentimental, auf eine gewisse Weise. Das hat nichts mit Weihnachten zu tun, sondern mit dem Wunsch, glücklich zu sein. Menschen tun dafür allerhand, für das Gefühl, glücklich zu sein. Verstellen sich, täuschen sich, binden sich. Der Held hat entschieden, dass das kein Preis mehr ist, den er zahlen möchte. Lieber frei und dann ab und zu ehrlich glücklich. Aber er hat auch gesehen, dass er die Menschen, die er für ihre "Weihnachlichkeit" im weitesten Sinne verurteilt, versteht.

18.12.06 04:43, kommentieren

Wissen und Unwissenheit

Gestern hat der Held drei Taschen mit Büchern aus der Bibliothek nach Hause getragen und kam sich irgendwann lächerlich vor. Wozu das alles eignetlich, die ganzen Seiten, in die Menschen ihr Leben gesteckt haben, damit spätere Generationen aus diesen Seiten ihr Leben wieder hervorholen können? Wozu belasten die Menschen ihre neuralen Verknüpfungen mit all dem Wissen, Glauben und Blödsinn, der durch die Weltgeschichte geistert und neue Schädel sucht, die er verseuchen kann? Die angebliche geistige Überlegenheit, die man erhalten solle durch Lesen, Lernen, Verstehen, Reproduzieren, "neu" Erfinden, Erkenntnis und all das? Wozu diese Bücher nach Hause tragen, wenn Unwissenheit doch wie das glänzende Etwas am Ende des Tunnels erscheint? Klischee hin oder her, der Held geht tapfer weiter durch die Kälte, macht dann das Licht an, setzt sich hin und vertieft sich in die fremden Leben zuvor.

9 Kommentare 11.12.06 17:53, kommentieren

Abwesenheit

Der Held hat heute Nacht sonderbar geträumt, von der Abwesenheit eines Menschen. Dabei wurde weder ein Name genannt noch ein Bild gesehen. Frage der Logik: Woher wissen können, welcher Mensch es war, und dass es tatsächlich so war? Vielleicht eine grammatische Antwort: Der Held kann im Konjunktiv träumen. Befremdlich ist das schon, das "Wäre" im "Wäre", die Illusion im Traum, das Bewusstsein der Illusion. oder ist Abwesenheit keine Illusion? - Er überlegt eine Weile, ob er wissen möchte, ob das etwas bedeutet, aber wahrscheinlich nicht, und dann wendet er sich wieder der Realität zu. Ja, die gibt es auch noch. Als ob man das immer wieder sagen müsste.

7.12.06 08:44, kommentieren

Der Held

Oh, irgendwie ist mir der Held abhanden gekommen...

4.12.06 04:34, kommentieren

Die größe der Welt gemessen an uns

Man fragt sich dann doch irgendwann, wo das alles enden soll, was man sich so an Leben und Träumen zurechtlegt im Laufe der Zeit, udn dann die Frage hinterhergeschickt, ob das mehr als nur eine Ansammlung von Bildern in einem Fotoalbum ist oder ob das auch eine Geschichte hat, Verbindungen, die dazwischen stehen. Ob man von sich überhaupt Geschichten erzählen kann oder doch bei den Fragmenten bleiben muss, wahrheitshalber. Die Erfindung der eigenen Geschichte. Überhaupt die Erfindung, eine eigene Geschichte zu haben. (Sicher stehen irgendwelche Literaten dahinter... Dichter sind Schuld an dem Unglück der Welt, weil sie einmal begonnen haben, Geschichten zu schreiben und das nennt sich dann nun allgemein 'die Geschichte' und dabei bemerkt niemand mehr, dass das ganze Schabernack gewesen ist.) Und dann die ganze Fragerei nach Gründen und Zielen im Leben, nach den Wendepunkten und nach den Momenten, in denen man sich hätte anders entscheiden können - so groß ist die Welt gar nicht. Wir messen dem Ganzen viel zu viel Bedeutung bei. Uns.

4.12.06 04:29, kommentieren

Dichter sterben

Letztens hörte der Held einen Menschen sagen: "Ich dachte lange Zeit, ich würde ewig leben. Ich meine, schließlich bin ich Dichter und die sterben nicht so schnell, denn sie haben noch etwas zu schreiben, noch etwas zu tun auf dieser Welt. Gott lässt nicht zu, dass Dichter verfrüht sterben. Aber das war einie irrige Annahme, denn er meint es nicht gut mit den Dichtern. Wie kann er auch? Namen sollen wir den Dinge geben, die uns umgeben. Namen, mehr nicht. Kein Wunder, dass Dichter sterben. Es ist nicht vorgesehen, dass Dinge neu konstruiert werden, und das geschieht um einen Dichter herum recht schnell und unkontrollierbar. Kleine Produzenten von Chaos, wenn man das Nichtvorbestimmte so nenen will. Namen sollst du dem Vorhandenen geben, nicht erschaffen und alles durcheinanderbringen. Dichten kann der Mensch aus irgendeinem Grund, und dieser Fehler im System ist nicht aus der Welt zu schaffen. Kreativität durch Komplexität. Aber wer es tatsächlich wagt, mehr als zu bennenen, warum sollte der auch noch sein Schicksal selber schreiben können?"

3.12.06 04:49, kommentieren